20 Jahre Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty (CTBT)

Am Rande des CTBT-Ministertreffens absolvierte Außenminister Sebastian Kurz zahlreiche bilaterale Termine.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty (CTBT) fand im Vienna International Center ein Ministertreffen statt. „Die Welt muss Atomtests ein für allemal verbieten und den Atomwaffenteststoppvertrag in Kraft setzen. Ich bedaure daher das Ausbleiben des Inkrafttretens aufgrund der noch ausstehenden acht Ratifikationen. Das globale Verifikationssystem sowie die Organisation selbst sind bereit, die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu übernehmen. Für die internationale Sicherheit ist ein universeller und effektiver CTBT jedenfalls von großer Bedeutung“, betonte Außenminister Sebastian Kurz bei seiner Eröffnungsrede.

Mit rund 40 Internationalen Organisationen ist Österreich Drehscheibe für die Förderung von Frieden, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung, den Kampf gegen Verbrechen, Drogenmissbrauch und Terrorismus. Österreich setzt sich besonders auf dem Gebiet der Abrüstung und Nichtverbreitung von Nuklearwaffen ein. „Österreich ist stolz darauf, die CTBTO in Wien beheimaten zu dürfen, zumal sie ein Kernelement der österreichischen Bemühungen für eine Welt frei von Atomwaffen darstellt“, so Außenminister Kurz. Wien hat sich zu einem Ort des internationalen Dialogs entwickelt, und so wurden nicht nur die Atomverhandlungen mit dem Iran 2015 in Wien erfolgreich abgeschlossen, sondern es werden auch zahlreiche internationale Großkonferenzen in Wien ausgetragen. Die Konferenz zu den Humanitären Folgen von Nuklearwaffen im Herbst 2014 konnte mit dem „Humanitarian Pledge“ abgeschlossen werden, der bereits von 128 Staaten unterzeichnet wurde.

Wien als Amtssitz von Internationalen Organisationen stellt laut einer Studie von Ernst & Young auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Rund 6.000 Mitarbeiter aus aller Welt, davon ein Viertel Österreicher, arbeiten in den Internationalen Organisationen. Die jährlichen Ausgaben in Höhe von ca. 725 Mio. EURO bewirken einen volkswirtschaftlichen Nachfrageeffekt von rund 1,4 Mrd. EURO. Die im Juli 2015 in Wien erfolgreich abgeschlossenen Atomverhandlungen mit dem Iran und die seit Herbst 2015 in Wien abgehaltenen Syrien-Gespräche erbrachten einen Werbewert für Wien, der auf rund 100 Millionen EURO geschätzt wird.

Die UNO-Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nukleartests (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization, CTBTO) überwacht, ob Staaten Nuklearwaffen testen. Ziel des Atomwaffenteststoppvertrages ist es, jede Form von Atomtests weltweit zu verbieten. Bislang haben 183 Staaten den CTBT bereits unterzeichnet und davon 164 diesen auch ratifiziert. Der CTBT tritt in Kraft, sobald er durch jene 44 Staaten, die im Annex II des Vertrages aufgelistet sind, unterzeichnet und ratifiziert worden ist. Dazu zählen wichtige Staaten wie China, Nordkorea, Ägypten, Indien, Iran, Israel, Pakistan und die USA. 

Am Rande des Ministertreffens führte Außenminister Sebastian Kurz bilaterale Gespräche mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin und dem kasachischen Außenminister Erlan Idrissov. Bereits am Morgen traf Außenminister Kurz seinen rumänischen Amtskollegen, Außenminister Lazar Comanescu zu einem Arbeitsgespräch im BMEIA. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen, neben der Migrationskrise und dem europäischen Grenzschutz, auch die Vorbereitung des österreichischen OSZE-Vorsitzes 2017 und die intensiven bilateralen Beziehungen. Österreich zählt zu den bedeutendsten Investoren in Rumänien.

20. Jahre CTBT 13.6.2016 - Bildergalerie

Rückfragehinweis

Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres
Presseabteilung

Telefon: +43 (0) 50 11 50 - 3320
Fax: +43 (0) 50 11 50 - 213

Email: abti3@bmeia.gv.at