9. Mai Europatag

"Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle." (Konrad Adenauer)


Was wird am Europatag gefeiert?

Am 9. Mai feiern wir zum 66-sten Mal den Europatag in Gedenken an den 9. Mai 1950, als der damalige französische Außenminister Robert Schuman in der sog. Schuman Erklärung seine Vision eines vereinten Europas erläuterte:

„Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.“

Schumans Vision mündete am 18. April 1951 schließlich in die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl durch Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg, womit der Grundstein für die Europäische Union, mit heute 28 Mitgliedsstaaten und rund 500 Millionen UnionsbürgerInnen, gelegt wurde.

Nicht nur Robert Schuman, sondern auch weiteren europäischen Politikern wie u.a. Jean Monnet, Konrad Adenauer, Winston Churchill, Alcide de Gasperi Joseph Bech, Johan Willem Beyen und Paul Henri-Spaak haben wir die Überwindung nationalstaatlichen Konkurrierens auf unserem Kontinent und die Wende zum Aufbau einer „dauernden wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Gemeinschaft“ (K. Adenauer) zu verdanken. Ohne ihre Vision dieses weltweit völlig neuartigen Modells der Zusammenarbeit und ohne ihrer Entschlossenheit sie umzusetzen, hätten wir nicht den Frieden, die Stabilität und den Wohlstand in Europa die wir heute für selbstverständlich halten.

Der 9. Mai ist Gelegenheit auf die Geschichte des europäischen Einigungsprojektes zurückzublicken und die Bedeutung der EU als innovative politische Errungenschaft wiederzuentdecken. Und der 9. Mai ist auch Anlass sich mit aktuellen europapolitischen Fragen und Herausforderungen auseinanderzusetzen, europäische Antworten auf aktuelle Krisen zu diskutieren und dazu beizutragen, die Europäische Union fit für die Zukunft zu machen.

Wie wird der Europatag heuer begangen?

Traditionell finden am und um den Europatag zahlreiche Festakte und Feierlichkeiten in allen Mitgliedsstaaten statt, natürlich auch in Österreich. Sie sollen das gemeinsame übergeordnete Ziel, die Sicherstellung von Frieden, Freiheit und Wohlstand, feierlich in Erinnerung rufen und die Schritte zur Erreichung dieser Ziele entsprechend würdigen.

Veranstaltungen in Österreich

Wie wird der Europatag von den europäischen Institutionen begangen?

Jedes Jahr öffnen anlässlich des Europatags auch die Europäischen Institutionen in Straßburg (8. Mai 2016) und in Brüssel (28. Mai 2016) ihre Türen für interessierte BürgerInnen.

Nähere Informationen

Welche Symbole sind mit der Europäischen Union verbunden?

Der Europatag

Im Jahr 1985 haben die Staats und Regierungschefs der Europäischen Union beschlossen, den 9. Mai künftig als „Europatag“ zu begehen und das europäische Friedens- und Einigungswerk an diesem Tag europaweit zu feiern. Der Europatag wird jährlich am 9. Mai begangen, in feierlichem Gedenken an die Ursprünge der EU.

Die Hymne der Europäischen Union?

Die Melodie der Hymne der EU stammt aus der Neunten Symphonie, die Ludwig van Beethoven im Jahr 1823 als Vertonung der von Friedrich Schiller 1785 verfassten „Ode an die Freude“ komponierte. Beethoven komponierte diese Melodie in Baden und Wien, wo sie im Mai 1824 uraufgeführt wurde. 1972 nahm der Europarat die Melodie als Hymne für Europa an, seit 1986 ist die Komposition offizielle Hymne der Europäischen Union.

Ohne Worte, nur in der universellen Sprache der Musik, bringt sie die europäischen Werte Freiheit, Frieden und Solidarität zum Ausdruck.

Die Hymne symbolisiert nicht nur die Europäische Union, sondern auch Europa im weiteren Sinne. Mit seiner „Ode an die Freude“ brachte Schiller seine idealistische Vision zum Ausdruck, dass alle Menschen zu Brüdern werden – eine Vision, die Beethoven teilte.

Die Europäische Hymne soll die Nationalhymnen der EU-Länder nicht ersetzen; sie steht vielmehr für die Werte, die diese Länder teilen. Die Hymne erklingt bei offiziellen Feierlichkeiten unter Beteiligung der Europäischen Union und üblicherweise bei allen Arten von Veranstaltungen mit europäischem Charakter.

Die Hymne zum Anhören

Die Flagge der Europäischen Union

Auch die Flagge der EU geht auf einen Vorschlag des Europarates zurück. 1955 beschloss der Europarat, dessen Aufgabe der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der europäischen Kultur ist, das Motiv der Flagge als sein Symbol zu verwenden. In den folgenden Jahren ermunterte der Europarat die neuen europäischen Institutionen, die Flagge auch als ihr Symbol zu übernehmen.

1983 beschloss das Europäische Parlament, die vom Europarat verwendete Flagge für die Europäischen Gemeinschaften zu übernehmen. 1985 wurde sie von den EU-Staats- und ‑Regierungschefs aller Mitgliedsländer als offizielles Symbol der späteren Europäischen Union angenommen.

Die europäische Flagge zeigt einen Kreis aus zwölf goldenen Sternen auf blauem Hintergrund. Die Kreis der zwölf Sterne steht für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den Völkern Europas. Dabei ist die Zahl Zwölf rein symbolisch ohne Bezug zur vergangenen oder aktuellen Anzahl von EU-Mitgliedstaaten.

Zusätzlich zur Flagge und zu vielen Symbolen, in denen blauer Hintergrund und Sternenkreis auftauchen, verwenden die einzelnen europäischen Institutionen heute auch ihre eigenen Embleme.

Das Motto der Europäischen Union

Das seit dem Jahr 2000 geltende Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“ bezieht sich auf Europa, seine Werte sowie auf sein kulturelles, religiöses und humanistisches Erbe. Der Leitspruch bringt zum Ausdruck, dass sich die EuropäerInnen in der EU zusammengeschlossen haben, um sich gemeinsam für Frieden und Wohlstand einzusetzen, und dass die vielen verschiedenen Kulturen, Traditionen und Sprachen in Europa den gesamten Kontinent bereichern.

Rückfragehinweis

Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres
Presseabteilung

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