Bundesminister Kurz in Südafrika und Kenia

Außenminister Sebastian Kurz unternahm gemeinsam mit WKO-Präsident Christoph Leitl von 23. bis 27. Oktober eine Wirtschaftsreise nach Südafrika und Kenia. Begleitet wurden sie dabei von einer hochrangigen Delegation von 23 österreichischen Unternehmen.

„Unsere Reise hat in erster Linie dazu gedient, Türöffner für die österreichische Wirtschaft zu sein und wichtige Investoren vor Ort zu treffen. Einige Länder Afrikas bieten mit ihrem dynamischen Wirtschaftswachstum große Chancen für unsere Wirtschaft“,

 so Sebastian Kurz.

Am Programm standen deshalb auch Treffen mit österreichischen Investoren vor Ort, um deren Anliegen besser zu verstehen und vertreten zu können. Da österreichische Außenwirtschaftszentren oft die erste Ansprechstellen für rot-weiß-rote Unternehmer im Ausland sind, freute es Sebastian Kurz besonders, mit Christoph Leitl am 27. Oktober ein Außenwirtschaftscenter in Nairobi eröffnen zu dürfen.

Migrationsdruck in Richtung EU: Sebastian Kurz fordert Hilfe vor Ort

Weitere Highlights der Reise waren die Eröffnung großer Wirtschaftsforen in Südafrika und Kenia sowie Treffen mit bedeutenden Auslandsinvestoren und politischen Verantwortungsträgern in der Region. Der Austausch über die politische Situation war Sebastian Kurz ein besonderes Anliegen: 

„Afrika steht zugleich vor enormen Herausforderungen, was Armut, Bevölkerungswachstum und Konflikte betrifft. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung auf über 2 Milliarden Menschen verdoppeln. Dies wird zu einem massiv steigenden Migrationsdruck in Richtung EU führen. Zudem gibt es immer noch viele Konflikte in Afrika, die es gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern zu befrieden gilt.“

 Die Schaffung von wirtschaftlichen Perspektiven und die Leistung von Hilfe vor Ort ist also das Gebot der Stunde. Österreich ist deshalb mit zahlreihen Projekten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in der Region tätig. Außenminister Sebastian Kurz konnte sich davon selbst ein Bild machen und insbesondere EZA-Projekte mit Wirtschafts- und Ausbildungsorientierung besuchen.

Besonders spannend war der Besuch der Austrian Welding Academy in Südafrika. Das Trainingszentrum, das im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft der Austrian Development Agency mit Böhler-Uddeholm Africa betrieben wird, bietet den TeilnehmerInnen hochgradige Ausbildungen im Bereich Schweißtechnik und erweitert somit deren Perspektiven im Berufsleben stark.

Hintergrund: Österreichisches Engagement in Afrika

Südafrika ist die größte Volkswirtschaft Afrikas und der wichtigste Handelspartner Österreichs auf dem afrikanischen Kontinent; mit rund 490 Mio. Euro gehen ein Drittel der rot-weiß-roten Afrika-Exporte in das Land. Zudem sind 60 österreichische Unternehmen in Südafrika vertreten. Kenia ist die größte Volkswirtschaft in Ostafrika, die österreichischen Warenexporte in das Land betragen rund 22 Mio. Euro. Hier sind 30 österreichische Unternehmen aktiv.

Der Bevölkerungsdruck ist in Afrika hoch: Derzeit leben rund 1,2 Mrd. Menschen auf dem afrikanischen Kontinent, jährlich wächst die Bevölkerung um 30 Mio. Menschen. Das Wirtschaftswachstum – im Schnitt immerhin 5% – hält damit nicht mit. Jedes Jahr drängen hier mehr junge Menschen auf den Arbeitsmarkt als im ganzen Rest der Welt zusammen. Infolge von Krieg und Krisen gab es auf dem Kontinent laut UNHCR zudem 15 Mio. Vertriebene.

Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Afrika gezielt: rund ein Drittel der Mittel der ADA, nämlich 28,5 Mio. Euro,  entfallen auf den Kontinent. Mit allen österreichischen EZA-Projekten in Afrika wurde 2015 mehr als 3 Mio. Menschen direkt geholfen.