Außenminister Kurz zur Hinrichtung von Aftab Bahadur in Pakistan

Bundesminister Sebastian Kurz äußerte sich betroffen über die Fortsetzung der aktuellen Hinrichtungswelle in Pakistan mit der Hinrichtung von Aftab Bahadur am 10. Juni in Lahore.

Seiner Petition, zum Zeitpunkt seiner Verurteilung erst 15 Jahre alt und durch Folter zum Geständnis gezwungen worden zu sein, war keine Beachtung geschenkt worden. Die EU hatte am Vortag der Hinrichtung gegenüber der pakistanischen Regierung in Islamabad interveniert und die sofortige Aussetzung der Strafe gefordert. „Österreich lehnt die Todesstrafe als unmenschliche und grausame Strafe entschieden ab. Besonders setzen wir uns für die Rechte jugendlicher Straftäter ein. Die UN-Kinderrechtskonvention verbietet klar und deutlich die Verurteilung zum Tode von Personen, die zum Tatzeitpunkt jünger als 18 Jahre waren“, so der Außenminister. 

„Von der Hinrichtung bedroht ist auch Shafqat Hussain, der ebenfalls zum Zeitpunkt der Begehung der ihm vorgeworfenen Straftaten noch minderjährig gewesen sein dürfte und den Vorwurf der Folter erhoben hat. Ich appelliere daher neuerlich an Pakistan, seine internationalen Verpflichtungen zu wahren und im Fall von Shafqat Hussain sowie allen vergleichbaren Fällen umgehend umfassende und unabhängige Untersuchungen einzuleiten.“  

Pakistan hat erst im Dezember letzten Jahres ein seit 2008 bestehendes Moratorium der Todesstrafe aufgehoben und seither mindestens 150 Menschen hingerichtet. „Die Aussetzung des langjährigen Moratoriums in Pakistan ist ein schmerzlicher Rückschlag in den Bemühungen Österreichs und der EU gegen die Todesstrafe. Gerade deshalb wird sich Österreich weiterhin vehement auf internationaler Ebene für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe einsetzen“, wie der Minister abschließend erklärte.