Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft

Bitte beachten Sie, dass die Informationen auf dieser Seite nur einen generellen Überblick darstellen. Auf Grund der Komplexität des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes können hier nicht alle staatsbürgerschaftsrechtlich relevanten Erwerbsgründe im Detail und umfassend erläutert werden.

Mehr Informationen über das Staatsbürgerschaftsgesetz finden sie auf der AuslandsösterreicherInnen Webseite des Aussenministeriums unter http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/buergerservice/staatsbuergerschaft.html.

Die österreichische Staatsbürgerschaft kann erworben werden...

...durch Abstammung (bei Geburt):

Kinder, die am 1.8.2013 oder später geboren sind, erwerben die Staatsbürgerschaft mit Geburt, wenn zumindest ein Elternteil Österreicher ist. Sind die Eltern des Kindes allerdings nicht miteinander verheiratet und soll das Kind die Staatsbürgerschaft nach seinem österreichischen Vater erhalten, muss dieser die Vaterschaft binnen 8 Wochen nach Geburt anerkennen bzw. diese muss binnen 8 Wochen nach Geburt gerichtlich festgestellt werden.

...durch Verleihung an uneheliche Kinder österreichischer Väter:

Ein Kind, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind und dessen österreichischer Vater das Vaterschaftsanerkenntnis später als 8 Wochen nach Geburt abgegeben hat bzw. dessen Vaterschaft später als 8 Wochen nach Geburt gerichtlich festgestellt wurde, kann die Staatsbürgerschaft bis zum Ende des 14. Lebensjahres durch eine sehr vereinfachte Verleihung erwerben. Bei Kindern ohne Aufenthalt in Österreich muss der Vater nachweislich den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen und seinen ständigen und rechtmäßigen Aufenthalt seit mindestens 12 Monaten im Ausland haben.

...durch Verleihung an Adoptivkinder:

Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, die von einem/r österreichischen Staatsbürger/in adoptiert wurden, erhalten die Staatsbürgerschaft durch Verleihung in einem vereinfachten Verfahren. Dieses soll binnen 6 Wochen von der Behörde abgeschlossen werden. Bei Kindern ohne Aufenthalt in Österreich muss der maßgebliche Elternteil nachweislich den Mittelunkt seiner Lebensinteressen und seinen ständigen und rechtmäßigen Aufenthalt seit mindestens 12 Monaten im Ausland haben.

...durch Legitimation:

Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, die unehelich geboren sind und die Staatsbürgerschaft nicht durch Abstammung (bei Geburt) erhalten haben, erwerben die Staatsbürgerschaft im Zeitpunkt der Eheschließung der Eltern, oder im Zeitpunkt der Ehelicherklärung, wenn der Vater des Kindes in diesem Zeitpunkt Österreicher ist. Zuvor ist jedoch die Anerkennung der Vaterschaft notwendig. In Sonderfällen, und befristet bis 2016, kann auch der Bundespräsident - über Antrag eines Elternteils oder des Kindes - das Kind legitimieren, was jedoch äußerst selten erfolgt.

...durch Anzeige:

Personen, die von der Behörde zumindest in den letzten 15 Jahren fälschlich als Staatsbürger behandelt wurden (etwa durch das Ausstellen von Reisepässen), ohne rechtmäßig die österreichische Staatsbürgerschaft besessen zu haben (sog. “Putativösterreicher”), erwerben die Staatsbürgerschaft durch Anzeige. Diese muss binnen 6 Monaten ab Kenntnis und Belehrung durch die Behörde über die Falschbehandlung eingebracht werden. Die Falschbehandlung darf vom Fremden allerdings nicht verursacht worden sein.

...durch (regulären) Antrag:

Ohne die oben erwähnten Anknüpfungspunkte können AusländerInnen einen Antrag auf Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft stellen u.a. bei (§ 10 Abs. 1):

  • mindestens zehnjährigem rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalt in Österreich, davon mindestens fünfjähriger Niederlassung, oder
  • mindestens sechsjährigem rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalt in Österreich, wenn
    • Deutschkenntnisse auf B2-Niveau nachgewiesen werden können, oder 
    • Deutschkenntnisse auf B1-Niveau und eine nachhaltige persönliche Integration (z.B. durch eine mindestens dreijährige freiwillige, ehrenamtliche Tätigkeit) nachgewiesen werden können
  • fehlender Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe bzw. derartigen anhängigen Verfahren;
  • bejahende Einstellung zur Republik Österreich und
  • hinreichend gesichertem Lebensunterhalt.

[Die österreichische Staatsbürgerschaft wird durch die Heirat mit einem/r Ausländer/in nicht berührt. Der ausländische Ehegatte kann unter der Voraussetzung der Aufgabe seiner früheren Staatsangehörigkeit die österreichische Staatsbürgerschaft insbesondere unter folgenden Voraussetzungen erwerben (§ 11a):

  • mindestens sechsjähriger rechtmäßiger und ununterbrochener Aufenthalt in Österreich
  • aufrechte Ehe seit fünf Jahren und
  • Leben im gemeinsamen Haushalt. ]

...durch Verleihung im Interesse der Republik (§ 10 Abs. 6):

Bestätigt die Bundesregierung, dass die Verleihung der Staatsbürgerschaft an eine/n AusländerIn wegen bereits erbrachter UND noch zu erwartender außerordentlicher Leistungen im besonderen Interesse der Republik liegt, fallen die sonst zwingenden Verleihungsvoraussetzungen des Aufenthaltes und der Niederlassung in Österreich (Abs. 1 Z 1), des gesicherten Lebensunterhalts (Abs. 1 Z 7) und des Ausscheidens aus dem bisherigen Staatsverband (Abs. 3) weg.

…..durch Wiedererwerb, ehemaliger ÖsterreicherInnen auf Antrag

  • ehemalige Österreicher/innen, die die Staatsbürgerschaft mindestens zehn Jahre ununterbrochen besessen, diese nicht durch Entziehung (§§ 33 oder 34) oder Verzicht (§ 37) verloren haben und sich in Österreich aufhalten (§10 Abs. 4 Ziffer 1);
  • ehemalige Österreicher/innen, die die Staatsbürgerschaft zu einer Zeit, da sie nicht eigenberechtigt waren, auf andere Weise als durch Entziehung nach § 33 verloren haben und die Verleihung binnen zwei Jahren nach Erlangen der Eigenberechtigung beantragen (§12 Abs. 2), und
  • ehemaligen Österreicher/innen nach Tod des Ehegatten oder Auflösung der Ehe, wenn die österreichische Staatsbürgerschaft im Zusammenhang mit der Eheschließung verloren wurde (die Verleihung ist innerhalb von fünf Jahren nach Auflösung der Ehe zu beantragen; § 13 ). Die generellen Voraussetzungen gem. § 10 Abs. 1 Z. 2 bis 8 sowie Abs. 2 und 3 müssen dabei vom Antragsteller ebenso erfüllt werden.

…..durch Wiedererwerb basierend auf § 58c des StBG. (Opfer des Nationalsozialismus):

Alle früheren österreichischen Staatsbürger, die Österreich vor dem 9. Mai 1945 auf Grund von

  • Verfolgungen durch die NSDAP und/oder die Behörden des Dritten Reiches oder
  • Verfolgungen wegen des Eintretens für ein demokratisches Österreich verlassen mussten, können ihre österreichische Staatsbürgerschaft durch Anzeige wiedererwerben. Weder ein ständiger Wohnsitz in Österreich noch die Aufgabe der jetzigen Staatsangehörigkeit sind erforderlich. Es fallen auch keine Gebühren an. Durch einen Zusatz zum Staatsbürgerschaftsgesetz ist es seit 1999 auch Personen, die nicht die österr. Staatsbürgerschaft besessen haben, jedoch Staatsangehörige der Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns waren und vor dem 9.5.1945 Österreich auf Grund der oben angeführten Verfolgungen verlassen mussten, möglich, die österr. Staatsbürgerschaft zu erhalten. In diesen Fällen sind jedoch Gebühren zu entrichten.

Frühere österreichische StaatsbürgerInnen müssen folgende Dokumente im Original vorlegen:

  • unterfertigte Erklärung
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde
  • wenn zutreffend: Nachweis einer Namensänderung
  • wenn zutreffend: Nachweis des akademischen Grades
  • gültiger Reisepass
  • Nachweis der österr. Staatsbürgerschaft zum Zeitpunkt der Emigration aus Österreich (Heimatschein, Heimatrollenauszug, alter österr. Reisepass)
  • Nachweis des Erwerbs der U.S. (oder einer anderen) Staatsangehörigkeit
  • Nachweis des Datums der Emigration aus Österreich

 

Österreichische Botschaft
Konsularabteilung
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Washington, D.C., 20008

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(ausser U.S.-amerikanische und Österreichische Feiertage)

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