Österreichische Staatsbuergerschaft

Allgemeine Informationen

Bitte beachten Sie: Die Informationen auf dieser Internetseite sollen einen Überblick über die Thematik gewähren. Aufgrund der komplexen Struktur des Staatsbürgerschaftsgesetz 1985 können hier nicht alle Bestimmungen und Regelungen im Detail aufgelistet werden. Der vollständige Gesetzestext kann im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts online nachgelesen werden: www.ris.bka.gv.at

Grundsätzlich: Die Vertretungsbehörden (Botschaften, Generalkonsulate) sind keine Staatsbürgerschaftsbehörden, sondern im Wesentlichen lediglich zur Ausstellung von Staatsbürgerschaftsnachweisen und zur Entgegennahme von Erklärungen (Anzeigen) oder Anträgen berufen. Umfassende Auskünfte sind bei der zuständigen Staatsbürgerschaftsbehörde in Österreich einzuholen. Die Zuständigkeit richtet sich für jene vor dem 1. Juli 1966 Geborenen nach dem Geburtsort, für jene danach Geborenen nach dem Wohnort der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt. Liegt dieser Ort im Ausland ist das Amt der Wiener Landesregierung zuständig. Mehr Informationen zur österreichischen Staatsbürgerschaft - einschließlich der Prinzipien des österreichischen Staatsbürgerschaftsrechts - finden Sie auf den Internetseiten der zuständigen Staatsbürgerschaftsbehörden: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien bzw. das Bundesministerium für Inneres, Abteilung III/4.

 

Staatsbuergerschaftsrecht - Novelle 2013

Das Staatsbürgerschaftsgesetz 1985 wurde im Bundesgesetzblatt I Nr. 136/2013 erneut novelliert, die neuen Bestimmungen sind mit 1. August 2013 in Kraft.  

Die wesentlichen Änderungen für Auslandsösterreicher:

  •  Von österreichischen Vätern erhalten uneheliche Kinder die Staatsbürgerschaft  
    • durch Abstammung, wenn ein gültiges Vaterschaftsanerkenntnis (entweder nach der Ortsform oder der österreichsichen Form) oder eine gerichtliche Feststellung der Vaterschaft entweder vor der Geburt oder spätestens innerhalb von acht Wochen nach der Geburt erfolgt. Das bedeutet, das Vaterschaftsanerkenntnis muss innerhalb dieser Frist bei der zuständigen österr. Auslandsvertretung oder bei der zuständigen Staatsbürgerschaftsbehörde in Österreich einlangen.  
    • durch eine sehr vereinfachte Verleihung bis zum Ende des 14. Lebensjahres, wenn ein Vaterschaftsanerkenntnis oder eine gerichtliche Feststellung der Vaterschaft später als acht Wochen nach der Geburt erfolgt. Das Verfahren zur Verleihung sollte von der jeweiligen Landesregierung sehr rasch abgewickelt werden (vgl. Verfahrensfrist bei Adoption).  
  • Vor dem 1.9.1983 geborene eheliche und legitimierte Kinder einer österreichischen Mutter, die bei Geburt oder Legitimierung eine fremde StAng vom Vater erworben haben, hatten bis zum 30.4.2014 die Möglichkeit die Staatsbürgerschaft durch Anzeige zu erwerben.  
  • Der Erwerb der Staatsbürgerschaft durch Abstammung bei Leihmutterschaft (in Österreich gem. § 3 Abs. 3 Fortpflanzungsmedizingesetz, FMedG verboten) bleibt weiterhin eingeschränkt.  
  • Wahlkinder (Adoption) bis zum vollendeten 14. Lebensjahr erhalten die Staatsbürgerschaft durch eine sehr vereinfachte und beschleunigte Verleihung. Das Gesetz sieht vor, dass dieses Verfahren binnen sechs Wochen ab Antragstellung durch die jeweilige Landesregierung abgeschlossen sein sollte.  
  • Der neue § 57 ermöglicht Personen, die von der Behörde zumindest in den letzten 15 Jahren fälschlich als Staatsbürger behandelt wurden (Putativösterreicher/innen), mittels Anzeige binnen 6 Monaten ab Kenntnis und Belehrung durch die Behörde über die Falschbehandlung, die Staatsbürgerschaft zu erwerben.  
  • Die Deutsch-/Geschichte-/Demokratieprüfung entfällt bei Kindern bis zum Ende des 14. Lebensjahres. Putativösterreicher/innen sind ebenfalls ausgenommen. „Altfälle“ der Putativösterreicher/innen (siehe oben) und die vor dem 1.9.1983 geborenen ehelichen und legitimierten Kinder einer österreichischen Mutter sind nicht ausgenommen, sie müssen bzw. mussten die Prüfung ablegen.  
  • Der Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts entfällt bei unehelichen und adoptierten Kindern bis zum Ende des 14. Lebensjahres. In allen anderen Fällen gilt wie bisher der Nachweis von 36 Monaten (davon jedenfalls die letzten 6 Monate vor Antragstellung), allerdings in einem Beobachtungszeitraum von 6 Jahren (bisher 3 Jahre), zurückgerechnet vom Zeitpunkt des Antrags (bisher der Entscheidung über die Verleihung).  
  • Das Zentrale Staatsbürgerschaftsregister (ZSR) steht nunmehr ab 1.11.2014 zur Verfügung. Allen Auslandsösterreichern wird empfohlen, ab dann vorsorglich eine Nacherfassung ihrer Staatsbürgerschaftsdaten zu beantragen, um spätere Verzögerungen etwa bei einer Reisepassausstellung zu vermeiden.  


Ausführliche Informationen zum Thema Staatsbürgerschaft bieten die Website des Außenministeriums sowie HELP.gv.at.