Ahnenforschung in Österreich

Wenn Sie sich entscheiden, Familienforschung zu betreiben, ist es wesentlich, dass Sie zumindest die folgenden Daten zur gesuchten Person wissen:

  • Vor- und Zuname,
  • Geburtsort und -datum
  • Religionszugehörigkeit

Ein zentrales Melderegister gibt es in Österreich seit 2001. Aus diesem Grund ist es sehr schwierig, Informationen zu gesuchten Personen zu erhalten, wenn nicht zumindest einige Anhaltspunkte bekannt sind.

Österreichs Datenschutzbestimmungen sind sehr restriktiv, d.h. Nachforschungen sind kompliziert und bedürfen häufig einer Vollmacht, eines Verwandtschaftsnachweises etc. Die offizielle Amtssprache in Österreich ist Deutsch. Eine in Deutsch abgefasste Korrespondenz erhöht die Chancen, dass Sie rascher eine Antwort erhalten.

Wenn Sie nach Personen suchen, die vor November 1918 geboren wurden, stellen Sie bitte sicher, dass sich deren Geburtsort im heutigen Österreich befindet. Vor dem Ende des Ersten Weltkriegs und des Zerfalls der Habsburgermonarchie in einzelne Nachfolgestaaten (wie z.B. Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien etc.) wurde, wenn die gesuchte Person innerhalb der Grenzen der österreichischen bzw. österreichisch-ungarischen Monarchie geboren wurde, als Geburtsland vielfach nur Österreich angegeben. Bevor Sie also beginnen, österreichische Archive zu durchsuchen, stellen Sie bitte mit Hilfe Ihrer lokalen Bibliothek sicher, dass sich der Geburtsort wirklich auf dem Gebiet des heutigen Österreichs befindet.

Unter dem im 18. Jahrhundert eingeführten und bis 1938 gültigen Verwaltungssystem (ausgenommen Burgenland, wo dies nur bis 1895 galt) wurden die Geburtsurkunden, Heiratsurkunden und Totenscheine auf Weisung des Staates von den lokalen Religionsgemeinschaften (auf Ebene der Gemeinde) ausgestellt, die auch die entsprechenden Register führten. Wenn Sie also die Religionszugehörigkeit der gesuchten Person wissen, wenden Sie sich bitte an die Religionsgemeinschaft in der betreffenden Gemeinde (z.B. Pfarramt, Synagoge). In Orten mit kleiner jüdischer Gemeinde wurden die Register der jüdischen Bürger von der katholischen Kirche mitbetreut.

In einigen Fällen wurden die Registerbücher und Dokumente an Regionalarchive (z.B. Diözesanarchiv) abgetreten, womit es empfehlenswert ist, sich auch an diese zu wenden. Zusätzlich wurden ab 1870 von den Bezirken und größeren Städten Meldeämter für Leute ohne Glaubensbekenntnis eingerichtet.
Verwenden Sie bitte das österreichische Telefonbuch um Adressen und Telefonnummern zu eruieren.

 

Die folgenden Institutionen könnten sich als nützlich erweisen:

A. Österreichisches Staatsarchiv:
Die Bestände des Österreichischen Staatsarchivs reichen bis in den frühe Mittelalter zurück und umfassen die Archive der Zentralbehörden des Heiligen Römischen Reiches; Schenkungen, Karten, Pläne, Fotos und über 100.000 (mittelalterliche) Pergamentrollen, Diplome und Verträge; die Archive der kaiserlichen Familie; die Archive des kaiserlichen Kabinetts, der Hofinstitutionen und der zentralen Verwaltungseinrichtungen der Donaumonarchie (Krieg, Äußeres, Finanzen etc.); Militärmatriken (kaiserliche Armee und Marine); und die Bestände aller Bundesinstitutionen (einschließlich aller Bundesministerien).

Das Österreichische Staatsarchiv ist in mehrere Einheiten untergliedert, wovon die folgenden für Zwecke der Familienforschung als am nützlichsten erscheinen:

A1. Archiv der Republik:
Hier befinden sich alle seit 1918 gesammelten Bestände (einschließlich die Personalbestände des Österreichischen Bundesheeres und der deutschen Wehrmacht [1938-1945]).

A2. Allgemeines Verwaltungsarchiv:
Hier finden sich Listen aller Adelsfamilien, Erhebungen in den Adelsstand sowie Wappen vom frühen 16. Jahrhundert bis 1918.

A3. Kriegsarchiv:
Personalbestände über Soldaten der österreichischen bzw. österreich-ungarischen Armee vom 16. Jahrhundert bis 1918 werden hier zusammen mit Ordenslisten (Auszeichnungen an Armeeangehörige) aufbewahrt.

 

B. Landes- und Kirchenarchive:
Eine Übersicht über alle österreichischen Landes- und Kirchenarchive findet sich auf den Webseiten des Bundeskanzleramtes.

 

C. Österreichisches Schwarzes Kreuz:
Informationen über Personen, die im Zweiten Weltkrieg als Soldaten dienten und dabei ums Leben kamen. Der Name, das Geburtsdatum und der Ort des Todes sollten bekannt sein. Jegliche weitere Information ist hilfreich.

 

D. Österreichisches Rotes Kreuz – Suchdienst:
Suche nach Personen, zu denen in Folge eines Krieges - speziell Zweiter Weltkrieg - der Kontakt abgebrochen ist. Name, Geburtsdatum oder ungefähres Alter, Geburtsort und letzter Wohnsitz sollten bekannt sein.

 

E. Volksdeutsche Landsmannschaften Österreichs:
Könnten über weiterführende Informationen zu Personen, die der deutschsprachigen Minderheit in der früheren Tschechoslowakei und am Balkan angehörten, verfügen. Name, Geburtsort und letzter Wohnsitz sollten bekannt sein.

 

F. Israelitische Kultusgemeinde Wien:
Informationen über Personen jüdischen Glaubens, die in Wien geboren wurden oder verstorben sind sowie über Personen jüdischen Glaubens, die in oder im Umland von Wien geheiratet haben, sind hier verfügbar. Weitere Bestände geben Auskunft über jüdische Bürger, die aus Wien während der Nazi-Zeit deportiert wurden. Letztlich liegen Daten über alle Personen, die sich seit 1945 bei der Kultusgemeinde registerieren haben lassen, hier auf.

 

G. Tipps für Geneaologen:
Ausführliche Informationen zu Familienforschung in Wien. Die Archive der Gemeinden und Städte in Österreich können ebenfalls Informationen zu gesuchten Personen liefern, sofern Hinweise zum früheren Wohnsitz des/der Gesuchten vorliegen.

 

H. Untenstehend weitere hilfreiche Links:

Geneaologie-Forschungs-Stellen in Österreich
Österreichische Nationalbibliothek
Institut für Historische Familienforschung

 

Österreichische Botschaft
Konsularabteilung
3524 International Court, NW
Washington, D.C., 20008

E-Mail: consularsection[at]austria.org

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, 10:30 bis 13:00 Uhr
(ausser U.S.-amerikanische und österreichische Feiertage)